Wichtige Überlegungen

Wichtige Faktoren für die Gestaltung der Arbeitsumgebung und das Wohlbefinden

Optimales Wohlbefinden, Kreativität und Produktivität entstehen nicht von allein. Geeignete Rahmenbedingungen setzen Investitionen in die Arbeitsumgebung voraus. Ergonomie ist dabei nur ein Gestaltungsfaktor: Eine durchdachte Einrichtung verbindet Ergonomie, Ästhetik und Funktionalität, um beste Bedingungen zu schaffen.

Arbeitsabläufe

Ein Ablaufplan für einen Raum umfasst die Aufgaben und Prozesse sowie die dafür benötigten personellen und materiellen Ressourcen. In großen Einrichtungen mit vielen Personen finden Prozesse häufig gleichzeitig statt. Geräte und Arbeitsplätze können deshalb schnell zum Engpass werden. Eine frühzeitige Analyse der Laborabläufe in der Planungsphase hilft, Probleme zu vermeiden und verbessert sowohl die Arbeitsumgebung der Forschenden als auch die Gesamtleistung der Einrichtung.

Eine optimierte Gestaltung kann unnötige Wege im Raum reduzieren und bessere Arbeitsabläufe schaffen. Folgende Anordnungen können die Produktivität erhöhen:

U-Form: Eine U-förmige Tischanordnung ermöglicht den Zugang zu mehreren Tischen mit minimalen Wegen. Gleichzeitig lassen sich viele Aufgaben innerhalb desselben Bereichs erledigen.

Z- oder S-Form: Obwohl diese Lösung seltener eingesetzt wird, kann sie gute Möglichkeiten zur gemeinsamen Nutzung von Geräten und Arbeitsplätzen schaffen.

T-Form: Diese Anordnung ist bei Herstellungsprozessen mit mehreren Rohstoffen vorteilhaft.

Ergonomie

Ergonomisch gut gestaltete Arbeitsplätze sind in der Regel verstellbar, damit sie an die jeweilige Person und Tätigkeit angepasst werden können. Menschen sind unterschiedlich gebaut; geeignete ergonomische Ausstattung berücksichtigt dies. Verstellbare Ausstattung ermöglicht individuelle Einstellungen. Niemand sollte dauerhaft an einem Arbeitsplatz arbeiten, der ergonomisch auf eine andere Person eingestellt ist, da dies langfristig zu Verletzungen führen kann.

Typische gesundheitliche Beschwerden infolge ungünstiger Ergonomie sind:

  • Augenbelastung und Sehprobleme
  • Schmerzen oder Taubheitsgefühl in Händen und Handgelenken
  • Verspannungen und Schmerzen in Nacken, Schultern und Rücken
  • Verspannte oder verkrampfte Muskeln
  • Steife Gelenke
  • Weitere Muskel- und Skeletterkrankungen

Künftige Nutzung und Anforderungen

Da Einrichtungen meist für viele Jahre geplant werden, sind Raumgröße und Raumaufteilung entscheidend. Viele Labore und Reinraumbereiche weisen Mängel auf: zu wenige Tische und Arbeitsflächen, zu wenig Stauraum und mangelnde Flexibilität. All dies begrenzt die Nutzungsmöglichkeiten.

Um dies zu vermeiden, sollten Rückmeldungen des Laborpersonals gemeinsam mit den Anforderungen an die Arbeitsabläufe sorgfältig berücksichtigt werden. Der Platzbedarf verschiedener Abläufe kann ermittelt und zusätzliche Kapazität für ein bestimmtes künftiges Wachstum eingeplant werden.

Modular und anpassbar

Wenn hochwertige Einrichtung und Offenheit im Mittelpunkt stehen, wird Anpassungsfähigkeit zu einer wesentlichen Anforderung an Arbeitsplätze. Modulare Möbel ermöglichen es Organisationen, Räume je nach Aufgabe anzupassen und für neue Zwecke zu nutzen.

Beleuchtung

Bei der Beleuchtungsplanung müssen die einzelnen Tätigkeiten berücksichtigt und passende Anforderungen festgelegt werden.

  • Soll das Licht Oberflächenfehler oder Trübungsgrade in Flüssigkeiten sichtbar machen?
  • Müssen feine Skalen auf Thermometern oder Pipetten erkennbar sein?
  • Müssen die Leuchten leicht zu reinigen sein, beispielsweise durch eine vollständig geschlossene Bauweise?
  • Gibt es Reinheitsklassen für den Raum?
  • Muss die Beleuchtung flimmerfrei sein?
  • Muss die Beleuchtung beispielsweise ATEX-Anforderungen erfüllen?
  • Muss die Beleuchtung dimmbar sein?

Darüber hinaus sind allgemeine Beleuchtungsaspekte wie Blendung sowie horizontale und halbzylindrische Beleuchtung zu berücksichtigen.

Aufbewahrung

Werden die Lagerung gefährlicher Produkte und deren Zugänglichkeit nicht berücksichtigt, können gefährliche Praktiken entstehen, etwa die Lagerung an ungeeigneten Orten. Es gibt vielfältige Aufbewahrungslösungen für unterschiedliche Aufgaben, von Verbrauchsmaterialien und Chemikalien bis hin zu schweren Geräten.

Materialien – insbesondere Oberflächen

Die Materialwahl ist entscheidend für die lange Nutzungsdauer der Investition. Bei Arbeitsplatten sind unter anderem Wärme, Korrosionsbeständigkeit, Schlagfestigkeit und Klassifizierung zu berücksichtigen. Zur Verfügung stehen zahlreiche Varianten, von kostengünstigen, stark verdichteten melaminbeschichteten Spanplatten bis hin zu Kompaktlaminat (HPL), Epoxidharz und Keramik.

Auch Schränke sind in unterschiedlichen Materialien erhältlich, darunter melaminbeschichtete Spanplatten (MFC), Kompaktlaminat (HPL) und Konstruktionen aus säurebeständigem Edelstahl.

In Einrichtungen ohne Klimatisierung und wirksamen Schutz vor Insekten, hoher Luftfeuchtigkeit oder Schädlingen können Schränke aus verzinktem Stahl vorteilhaft sein.

Gebäudeleittechnik für die Lüftungssteuerung

Die Laborlüftung muss sorgfältig geplant und an die Geräteausstattung angepasst werden. Mehr Geräte erzeugen mehr Wärme. Deshalb ist der Lüftungsbedarf zu analysieren, um das Wohlbefinden des Personals sicherzustellen, denn hohe Temperaturen können die Arbeit unangenehm machen. Dies ist auch aus Sicherheitsgründen wichtig: Überhitzende Geräte bergen Risiken und können eine kürzere Lebensdauer sowie einen höheren Wartungsbedarf verursachen.

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